Discovery stimmt Übernahme durch Paramount zu

📅 Veröffentlicht am 1. März 2026 um 22:13 Uhr

In der Unterhaltungsbranche bahnt sich eine historische Zäsur an: Nach dem Rückzug von Netflix ist der Weg frei für die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance. Der 111-Milliarden-Dollar-Deal verschiebt die Machtverhältnisse in Hollywood massiv und wirft Fragen zur Zukunft von CNN auf.

HOLLYWOOD. Es ist offiziell: Warner Bros. Discovery (WBD) hat dem Übernahmeangebot von Paramount Skydance zugestimmt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von beiden Konzernen unterzeichnet. Die Entscheidung fiel, nachdem der Rivale Netflix überraschend aus dem Bieterstreit ausgestiegen war. Netflix erklärte, dass das Geschäft bei einem weiteren Überbieten finanziell nicht mehr attraktiv sei.

Die Eckpunkte des Deals

Paramount, das im vergangenen Jahr von der Familie Ellison übernommen wurde, erhöhte sein Gebot zuletzt auf rund 31 Dollar pro Aktie. Damit beläuft sich das Gesamtvolumen auf circa 111 Milliarden Dollar. Im Gegensatz zum Netflix-Plan, der nur das Studio- und Streaming-Geschäft vorsah, übernimmt Paramount den gesamten Konzern inklusive der TV-Sparte.

Um den Deal abzusichern, übernimmt Paramount zudem die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar, die Warner nun wegen des geplatzten Abkommens an Netflix zahlen muss. Finanziell garantiert wird der Kauf maßgeblich durch das Privatvermögen von Oracle-Gründer Larry Ellison.

Strategische Neuausrichtung und Sorgen in Hollywood

David Ellison, Chef von Paramount und Sohn von Larry Ellison, betonte, man wolle das Erbe beider „legendärer Unternehmen“ würdigen. Mit dem Zusammenschluss wandern Marken wie HBO, das DC-Universum (Batman, Superman) und Harry Potter unter das Dach von Paramount.

Die Stimmung in der Branche ist jedoch gemischt:

  • Stellenabbau: Da sich viele Strukturen zwischen Paramount und Warner überschneiden, befürchten Experten einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen.
  • Kino vs. Streaming: Während Netflix skeptisch gegenüber dem klassischen Kino gesehen wurde, gilt Paramount als traditionelleres Studio.

Politische Sprengkraft: Die Zukunft von CNN

Besondere Aufmerksamkeit liegt auf dem Nachrichtensender CNN. Durch die Übernahme gerät der Sender unter die Kontrolle der Ellisons, die als Unterstützer von Donald Trump gelten. Kritiker befürchten einen Verlust der redaktionellen Unabhängigkeit, zumal der ebenfalls zu Paramount gehörende Sender CBS zuletzt bereits einen freundlicheren Ton gegenüber der Regierung einschlug.

Hürden durch Wettbewerbshüter

Trotz der Einigung ist die Fusion noch nicht in trockenen Tüchern. Sowohl der kalifornische Generalstaatsanwalt als auch die Kartellbehörden in Washington haben eine intensive Prüfung angekündigt. Angesichts der enormen Dimension des Deals stehen wettbewerbsrechtliche Bedenken im Raum. Sollte der Deal scheitern, hat sich Paramount zur Zahlung einer Entschädigung von sieben Milliarden Dollar verpflichtet.

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen – zumindest für die unterlegene Seite: Die Netflix-Aktie stieg nachbörslich um mehr als neun Prozent, da Anleger erleichtert über den Verzicht auf die kostspielige Übernahme reagierten.

Bild: PhotoGranary02/Shutterstock.com

Quelle: heise.de, ntv

Von admin

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