Trump spricht von Deeskalation im Libanon

📅 Veröffentlicht am 1. Juni 2026 um 21:44 Uhr

Diplomatischer Durchbruch im Nahost-Konflikt: Trump verkündet Verzicht auf israelischen Angriff auf Beirut

WASHINGTON / BEIRUT. Im Ringen um eine Deeskalation im Nahen Osten zeichnet sich eine unerwartete Wende ab: Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wird Israel vorerst keinen Militäreinsatz in der libanesischen Hauptstadt Beirut unternehmen. Wie Trump auf seiner Plattform Truth Social mitteilte, sei ein geplanter Vorstoß gestoppt worden. „Es werden keine Truppen nach Beirut entsandt, und alle Truppen, die auf dem Weg sind, sind bereits umgekehrt“, so der US-Präsident.

Vorausgegangen war ein nach Trumps Worten „sehr konstruktives“ Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Israelische Medien bestätigten das Gespräch. Netanjahu knüpfte den Verzicht jedoch an Bedingungen: Sollte die proiranische Hisbollah-Miliz nicht aufhören, israelische Städte und Bürger zu beschießen, werde man terroristische Ziele in Beirut umgehend wieder angreifen. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Israel auf ein finales Signal aus Washington gewartet habe, bevor Truppen in die südlichen Vororte der Hauptstadt vorrücken.

Auch Hisbollah signalisiert Bereitschaft zur Waffenruhe

Über hochrangige Vermittler steht die US-Regierung offenbar auch in direktem Kontakt mit der Hisbollah. Laut Trump hat die Miliz eingewilligt, „dass alle Kampfhandlungen eingestellt werden“. Das libanesische Präsidialamt bestätigte den Erhalt eines entsprechenden US-Vorschlags für einen gegenseitigen Angriffsstopp.

Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah erklärte gegenüber dem Sender Al-Manar, dass seine Gruppe einen vollständigen Waffenstillstand als Voraussetzung für den Abzug der israelischen Truppen unterstütze. In den kommenden Tagen werde man genau beobachten, ob die Vereinbarung auf dem Schlachtfeld bestand hält.

Verwirrung um Friedensgespräche zwischen den USA und Iran

Der Konflikt belastet auch die ohnehin komplizierten Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran. Der Iran hatte am Nachmittag über die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim gedroht, die Gespräche wegen der „anhaltenden Verbrechen“ Israels im Libanon komplett auszusetzen.

Trump widersprach dieser Darstellung vehement. Die Verhandlungen mit dem Iran liefen „mit hoher Geschwindigkeit“ weiter, schrieb er auf Truth Social. In einem Telefoninterview mit dem US-Sender NBC Newsfügte er hinzu, dass den USA keine offizielle Mitteilung über einen Abbruch der Gespräche vorliege. Seit dem Ausbruch des direkten Krieges zwischen den USA und dem Iran am 28. Februar wird im Hintergrund intensiv um ein Rahmenabkommen gerungen, um unter anderem die seit dem 8. April geltende, äußerst brüchige Waffenruhe dauerhaft zu verlängern.

UN warnt vor weiterer Eskalation

Angesichts der unübersichtlichen Lage und den wiederholten Verstößen gegen die Feuerpause in den vergangenen Tagen reagierten die Vereinten Nationen besorgt. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres rief alle Konfliktparteien eindringlich dazu auf, die Waffenruhe einzuhalten: „Wir sind zutiefst besorgt über die Eskalation der militärischen Aktivitäten im Südlibanon und darüber hinaus.“

Quelle: tagesschau.de

Von admin

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