📅 Veröffentlicht am 2. Juni 2026 um 17:44 Uhr
Bei der Pflegeversicherung klafft eine riesige Finanzierungslücke, weshalb die gesetzlichen Krankenkassen nun Alarm schlagen. Weil die Ausgaben in diesem Jahr mit 9,1 Prozent deutlich schneller steigen als die Einnahmen mit 7,7 Prozent, droht ein Defizit von rund einer Milliarde Euro. Rechnet man das bestehende Bundesdarlehen von 3,2 Milliarden Euro hinzu, summiert sich das Minus auf insgesamt 4,2 Milliarden Euro. GKV-Chef Oliver Blatt warnte im Spiegel eindringlich, dass „die Hütte brennt“ und die Pflege in Deutschland aktuell auf Pump lebe. Bis zum Jahresende werden die Reserven voraussichtlich auf 4,3 Milliarden Euro schrumpfen, wobei der Großteil davon aus Schulden besteht. Für das kommende Jahr prognostiziert der Spitzenverband sogar einen zusätzlichen Finanzbedarf von rund zehn Milliarden Euro.
Um das System kurzfristig zu stabilisieren und ein unkontrollierbares Defizit abzuwenden, fordert Blatt rasches Handeln von der Politik. Konkret verlangt er, dass der Bund ausstehende Corona-Gelder in Höhe von 5,2 Milliarden Euro an die Pflegeversicherung zurückzahlt. Zudem solle der Bund die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige übernehmen und die Bundesländer für die Investitionskosten der Pflegeheime aufkommen, was gleichzeitig die Eigenanteile der Heimbewohner senken würde. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant unterdessen, noch vor der Sommerpause einen Entwurf für eine umfassende Pflegereform vorzulegen. Ziel ist es, das Defizit zu begrenzen und die Beiträge zu stabilisieren, allerdings drohen den Betroffenen dadurch spürbare Mehrbelastungen in den Heimen sowie ein erschwerter Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung.
Quelle: ntv.de
