Iranische Drohnen schlagen nahe TUI-Kreuzfahrtschiff ein

📅 Veröffentlicht am 1. März 2026 um 21:55 Uhr


Drama im Orient: Drohnenangriff erschüttert Hafen von Abu Dhabi – Deutsche Urlauber sitzen fest

ABU DHABI – Schwarze Rauchsäulen über dem Persischen Golf: Was als Traumreise unter dem Motto „Zauber des Orients“ begann, hat sich für tausende deutsche Kreuzfahrturlauber am Sonntagnachmittag in einen Albtraum verwandelt. Nach einem gezielten Drohnenangriff auf einen Marinestützpunkt in unmittelbarer Nähe des Hafens Port Zayed herrscht in der Region der Ausnahmezustand.

Eskalation am Sonntagnachmittag

Gegen Mittag deutscher Zeit erschütterten heftige Explosionen den Hafen der emiratischen Hauptstadt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums schlugen zwei iranische Drohnen in ein Lagerhaus auf dem Marinestützpunkt Al Salam ein, woraufhin mehrere Container in Brand gerieten. Die „Mein Schiff 4“ von TUI Cruises lag zu diesem Zeitpunkt nur rund einen Kilometer vom Einschlagsort entfernt.

Passagiere berichten von einem „lautstarken Knall“ und sofortigem Notfall-Alarm. Die Crew wies die Gäste an, die Außendecks und Balkone umgehend zu verlassen, Fenster zu meiden und Schutz im Inneren des Schiffes – vornehmlich im Theater – zu suchen. „Die Stimmung ist extrem angespannt. Viele Familien mit Kindern haben Angst vor weiteren Einschlägen“, schildert eine Urlauberin die dramatische Lage an Bord.

Heimreise derzeit unmöglich

Eine schnelle Evakuierung der Urlauber ist aktuell ausgeschlossen. Da der Luftraum über den Vereinigten Arabischen Emiraten teilweise gesperrt ist und Angriffe auf Flughäfen gemeldet wurden, ist eine Heimreise per Flugzeug vorerst nicht möglich. Auch der Seeweg ist versperrt: Die strategisch wichtige Straße von Hormus wird derzeit militärisch blockiert, was eine Weiterfahrt der Kreuzfahrtschiffe verhindert.

Neben der „Mein Schiff 4“ sitzen auch Passagiere auf fünf weiteren Schiffen in Dubai, Abu Dhabi und Doha fest, darunter die „Mein Schiff 5“ und die „MSC Euribia“.

Versorgung an Bord gesichert

TUI Cruises bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung. Während die Sicherheitslage eine Fortsetzung der Reise unmöglich macht, läuft der Hotelbetrieb an Bord weiter. Die Reederei organisiert in Abstimmung mit lokalen Behörden zusätzliche Vorräte:

  • Notversorgung: Familien werden gezielt nach Bedarf an Babynahrung und Windeln gefragt.
  • Medikamente: Der Schiffsarzt stockt Bestände für chronisch kranke Passagiere auf.

Reisestopp bis März

Die Reedereien haben bereits Konsequenzen gezogen. TUI Cruises hat alle kommenden Abfahrten in der Region bis einschließlich 2. März abgesagt. Auf der Webseite sind vorerst keine weiteren Orient-Reisen mehr buchbar. Betroffene Kunden sollen den vollen Reisepreis erstattet bekommen.

Wann die Gäste die Heimreise antreten können, bleibt unklar. „Die Lage ist hochdynamisch, eine seriöse Prognose derzeit nicht möglich“, so ein Sprecher von TUI Cruises.

Quelle: ntv, Tagesschau,Bild

Von admin

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