📅 Veröffentlicht am 6. November 2026 um 12:53 Uhr
WASHINGTON/BRÜSSEL. Ungeachtet der jüngsten Wahlniederlage seiner Partei bei den US-Midterms kündigt US-Präsident Donald Trump einen bahnbrechenden Deal mit Moskau an. Das geplante Abkommen soll nach seinen Worten nicht nur den Ukraine-Krieg beenden, sondern die Sicherheitsarchitektur ganz Europas betreffen.
Im Oval Office erklärte Trump vor Journalisten, er habe zuvor überraschend den Kreml-Berater Kirill Dmitrijew im Weißen Haus empfangen. Details blieb der Präsident schuldig, versprach jedoch eine „große, schöne Übereinkunft“, von der „alle begeistert sein werden“.
Vorbereitung hinter den Kulissen
Trumps Schwiegersohn und Verhandlungsführer Jared Kushner informierte auf X über parallel geführte Gespräche in Brüssel mit Vertretern der Ukraine, der Nato und europäischen Partnern. Ziel sei ein dauerhafter Frieden durch Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eine Neuausrichtung der europäischen Sicherheit.
Dennoch stößt Trumps Alleingang auf Skepsis. Bundesaußenminister Johann Wadephul betonte am Freitag:„Über die Zukunft der Ukraine darf nicht ohne die Ukraine entschieden werden und über die Sicherheit Europas nicht ohne Europa.“
Dreiertreffen in Abu Dhabi ohne europäische Beteiligung
Das nächste konkrete Verhandlungsformat findet jedoch erneut ohne europäische Vertreter statt. Wie Kushner bestätigte, ist für kommende Woche ein dreiseitiges Treffen zwischen Vertretern aus Kyjiw, Moskau und Washington in Abu Dhabi angesetzt.
Sollten die Gespräche Fahrt aufnehmen, trifft die US-Strategie – Russland womöglich mit wirtschaftlichen Anreizen zum Einlenken zu bewegen – auf massive Hürden. US-Medienberichten zufolge würden amerikanisch-russische Wirtschaftsprojekte rasch an den bestehenden europäischen Sanktionen scheitern,die Washington nicht eigenmächtig aufheben kann.
Kreml beharrt auf Maximalforderungen
Während der Kreml Trumps Ankündigungen bislang nicht kommentierte, verwies Kreml-Sprecher Dmitri Peskow darauf, dass Entscheidungen zur europäischen Sicherheit einen Dialog mit Europa erfordern. An seinen weit reichenden Forderungen hält Moskau jedoch fest:
- Territorium: Übergabe des gesamten Donbass durch die Ukraine.
- Militär & Status: Begrenzung der ukrainischen Streitkräfte sowie Verpflichtung zur Neutralität.
- Geopolitik: Rückbau der Nato-Präsenz in Europa auf den Stand vor der Osterweiterung.
Ob die angekündigte Diplomatie dieses Mal zu Ergebnissen führt, bleibt abzuwarten. Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 hat Trump bereits mehrfach den kurz bevorstehenden Durchbruch im Ukraine-Konflikt verkündet, ohne dass handfeste Resultate folgten.
