📅 Veröffentlicht am 6. November 2026 um 18:57 Uhr
Union vor Nominierung von Ilse Aigner als Bundespräsidentin
Berlin – Nach neusten Informationen hat sich die Union darauf geeinigt, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) für das Amt der Bundespräsidentin zu nominieren. Eine offizielle Bestätigung aus dem Konrad-Adenauer-Haus steht noch aus; die formelle Entscheidung soll am Montag in den CDU-Gremien fallen.
Breite Unterstützung in der Bundesversammlung
Die Wahl der 61-jährigen CSU-Politikerin gilt als nahezu sicher. Aus SPD-Kreisen hieß es, Parteichef Lars Klingbeil habe Bundeskanzler Friedrich Merz bereits Anfang der Woche die Unterstützung seiner Partei zugesagt. Vizekanzler Klingbeil lobte Aigners „wahnsinnig integrative Kraft“, die das Land derzeit brauche.
Gemeinsam verfügen Union und SPD in der Bundesversammlung über eine Mehrheit von rund 50 Stimmen.Auch Politiker der Grünen äußerten sich positiv über eine Kandidatur Aigners. Damit steht Deutschland voraussichtlich vor der Wahl der ersten Frau an die Spitze des Staates. Die Bundesversammlung tritt am 30.Januar zusammen, um die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier anzutreten, der nach zwei Amtszeiten ausscheidet.
Kritik an Merz’ Zögern und Widerstand von der Linken
Der Entscheidung gingen fraktionsinterne Debatten voraus. Kanzler Merz hatte betont, dass das Vorschlagsrecht bei der CDU als größerer Partnerin liege. Sein langes Zögern stieß in den eigenen Reihen auf Kritik: Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) verwies auf ein „wachsendes Unverständnis“ für die Verzögerung und bezeichnete Aigner als sehr gute Besetzung.
Kritik kommt hingegen von der Linksfraktion. Deren Vorsitzende Heidi Reichinnek bezeichnete Aigner gegenüber der Augsburger Allgemeinen als nicht überparteilich und kritisierte das Höchste Staatsamt als „Versorgungsposten“, der zwischen Union und SPD aufgeteilt werde.
Langjährige politische Erfahrung
Ilse Aigner bringt umfassende politische Erfahrung mit. Nach zehn Jahren im Bundestag amtierte sie von 2008 bis 2013 als Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Anschließend wechselte sie als stellvertretende Ministerpräsidentin nach Bayern und leitet seit 2018 den Bayerischen Landtag.
Quelle: dpa, Zeit
